VÖK-Zertifikat Verhaltensmedizin
Fundierte Kompetenz für eine moderne, evidenzbasierte Verhaltenstherapie
Die Verhaltensmedizin gewinnt innerhalb der Veterinärmedizin zunehmend an Bedeutung. Verhaltensauffälligkeiten wie Angst, Aggressionsverhalten oder Trennungsprobleme können das Wohlbefinden von Tieren erheblich beeinträchtigen, das Zusammenleben zwischen Mensch und Tier belasten und nicht zuletzt auch sicherheitsrelevante Folgen haben. Eine frühzeitige, fachlich fundierte Diagnose und eine professionelle tierärztliche Verhaltenstherapie können entscheidend dazu beitragen, die Lebensqualität der Tiere zu verbessern, Konflikte zu entschärfen und in schwerwiegenden Fällen sogar Leben zu retten.
Mit dem VÖK-Zertifikat für Verhaltensmedizin möchte die VÖK einen fundierten Grundstein für diesen immer wichtiger werdenden Zweig der Veterinärmedizin legen und Tierärzt_Innen die Möglichkeit bieten, sich umfassend und wissenschaftlich fundiert weiterzubilden.
Intensivlehrgang Verhaltensmedizin Hund – Modul 1–4
Die vierteilige Modulserie zur Erlangung des VÖK-Zertifikats für Verhaltensmedizin bietet Tierärzt_Innen die Möglichkeit, sich innerhalb eines Jahres intensiv und praxisnah mit der tierärztlichen Verhaltensmedizin auseinanderzusetzen.
Im Mittelpunkt stehen die präzise Diagnostik von Verhaltensproblemen, das Verständnis zugrunde liegender Ursachen und Belastungen sowie die Entwicklung evidenzbasierter therapeutischer Strategien. Dabei geht Verhaltensmedizin weit über das reine „Lösen von Problemverhalten“ hinaus: Fundierte Kenntnisse der Ethologie, Lernbiologie, Tierhaltung und des Tierschutzes bilden gemeinsam mit der medizinischen Diagnostik die Grundlage einer professionellen Verhaltenstherapie.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Verhalten des Hundes und auf häufigen Herausforderungen im Zusammenleben von Mensch und Hund. Gleichzeitig vermittelt der Lehrgang Grundlagen, die auch für die verhaltensmedizinische Beurteilung anderer Tierarten von Bedeutung sind.
Praxisnahe Fallbesprechungen und die Verknüpfung von wissenschaftlichen Erkenntnissen mit dem tierärztlichen Alltag unterstützen die Teilnehmer_Innen dabei, Verhaltensprobleme strukturiert zu analysieren, Differentialdiagnosen zu berücksichtigen und individuelle Therapie- und Managementkonzepte zu entwickeln.
Verhaltensmedizin als tierärztliche Verantwortung
Die Anforderungen an Tierschutz, Tierhaltung und Sicherheit sowie die Erwartungen an eine harmonische und verantwortungsvolle Mensch-Tier-Beziehung steigen kontinuierlich. Auch international nimmt die Bedeutung eines professionellen und wissenschaftlich fundierten Umgangs mit Verhaltensproblemen zu.
Gerade bei komplexen Verhaltensauffälligkeiten ist die tierärztliche Kompetenz unverzichtbar: Körperliche Erkrankungen können Verhalten maßgeblich beeinflussen oder Verhaltensänderungen verursachen und müssen im Rahmen einer umfassenden Diagnostik berücksichtigt werden. Gleichzeitig erfordern Therapieentscheidungen, insbesondere bei sicherheitsrelevanten Verhaltensproblemen, ein hohes Maß an fachlicher Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein.
Eine qualifizierte verhaltensmedizinische Fortbildung unterstützt Tierärzt_Innen dabei, Diagnosen fachgerecht zu stellen, Risiken fundiert einzuschätzen und zielgerichtete tierärztliche Therapien mit geeigneten Management- und Trainingsmaßnahmen zu kombinieren. Dies trägt sowohl zum Tierwohl und zur Sicherheit als auch zu einer professionellen tierärztlichen Beratung und Behandlung bei.
Grundlage für die weitere Spezialisierung
Der Intensivlehrgang richtet sich an Tierärzt_Innen , die ihre Kenntnisse in der Verhaltensmedizin vertiefen oder sich langfristig in diesem Bereich spezialisieren möchten.
Die innerhalb eines Jahres vermittelten Inhalte schaffen eine solide fachliche Basis und können zugleich einen wichtigen Grundstein auf dem weiteren Weg zur Fachtierärztin bzw. zum Fachtierarzt für Tierhaltung, Tierschutz und Verhaltensmedizin darstellen.
Europäische Qualität durch VetCEE-Akkreditierung
Ein besonderes Qualitätsmerkmal des VÖK-Zertifikats für Verhaltensmedizin ist die Akkreditierung durch Veterinary Continuing Education in Europe (VetCEE).
VetCEE wurde als gemeinsame europäische Initiative aus veterinärmedizinischer Hochschulbildung, veterinärmedizinischer Spezialisierung und tierärztlicher Berufsvertretung gegründet. Zu den beteiligten Organisationen zählen unter anderem die European Association of Establishments for Veterinary Education (EAEVE) und das European Board of Veterinary Specialisation (EBVS).
Ziel von VetCEE ist die Qualitätssicherung und Akkreditierung postgradualer veterinärmedizinischer Fort- und Weiterbildungsprogramme in Europa. Dafür wurden Mindeststandards definiert, anhand derer entsprechende Fortbildungsangebote hinsichtlich ihrer fachlichen Qualität beurteilt werden.
Die VetCEE-Akkreditierung des VÖK-Zertifikats Verhaltensmedizin unterstreicht damit den Anspruch des Lehrgangs an eine qualitativ hochwertige, wissenschaftlich fundierte und international orientierte veterinärmedizinische Weiterbildung.
VÖK-Zertifikat Verhaltensmedizin 2026 & 2027
2026 und 2027 wird der VÖK „Intensivlehrgang Verhaltensmedizin Hund – Modul 1–4“ zur Erlangung des VÖK-Zertifikats für Verhaltensmedizin zum siebten mal erneut angeboten.
Innerhalb eines Jahres erwerben die Teilnehmer_Innen in Präsenz ein umfassendes Fundament für die professionelle tierärztliche Verhaltensmedizin – mit dem Ziel, Verhaltensprobleme besser zu verstehen, sicher zu diagnostizieren und wissenschaftlich fundiert zu behandeln.
Für mehr Tierwohl, mehr Sicherheit und eine nachhaltige, harmonische Mensch-Tier-Beziehung.